Was gilt als Whistleblowing?

Was gilt als Whistleblowing?

Der Begriff des Whistleblowing ist auf EU-Ebene harmonisiert – aber in der Praxis nicht vollständig einheitlich.

Grund finns i EU-Richtlinie (EU) 2019/1937, aber die Mitgliedstaaten hatten die Möglichkeit, über die Mindestanforderungen hinauszugehen.

Für Unternehmen, die in mehreren Ländern tätig sind, ist es entscheidend, den Unterschied zwischen:

  • EU-minimumsnivå

  • Nationale Erweiterungen

  • Das praktische Risikobild

Hier ist die Struktur.

Stufe 1 – EU-Mindeststandard

Die Richtlinie schützt die Meldung von Informationen über:

  • Verstöße gegen Unionsrecht

  • Inbesondere hierfür vorgesehene Bereiche

  • Wenn die Berichterstattung in einem arbeitsbezogenen Kontext erfolgt

Die abgedeckten Bereiche umfassen unter anderem:

  • Öffentliche Auftragsvergabe

  • Finanzdienstleistungen und Marktmissbrauch

  • Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

  • Produktsicherheit

  • Transport und nukleare Sicherheit

  • Umweltschutz

  • Volksgesundheit

  • Verbraucherschutz

  • Datenschutz

  • Schutz der finanziellen Interessen der Union

  • Wettbewerbs- und staatliche Beihilferegeln

Der Schutz gilt auch für:

  • Versuchen Sie, Verstöße zu verbergen

  • Handelspraktiken, die dem Zweck von EU-Vorschriften zuwiderlaufen

Die Übertretung muss nicht bewiesen werden.

Es reicht aus, dass die Person vernünftige Gründe für die Annahme hatte, dass die Informationen korrekt waren.

Dies ist der gemeinsame EU-Kern.

Stufe 2 – Nationale Unterschiede

Die Richtlinie ist eine Mindestrichtlinie. Den Mitgliedstaaten wurde die Möglichkeit eingeräumt, den Schutz auszuweiten.

Hier entstehen Unterschiede.

Schweden

Schweden hat einen breiteren Schutz eingeführt als die Richtlinie, indem es auch Folgendes einschließt:

Missstände, om vars avslöjande det finns ett allmänintresse.

Das bedeutet, dass auch schwerwiegende nationale Missstände umfasst sein können, auch wenn sie nicht das EU-Recht betreffen.

Frankreich

Frankreich hatte bereits vor der Richtlinie ein System (Sapin II) mit einem breiteren Schutz. Die Umsetzung bedeutet in der Praxis, dass der Schutz mehr Arten von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten umfasst als nur diejenigen, die sich ausdrücklich auf das EU-Recht beziehen.

Italien

Italien verknüpft seinen Whistleblower-Schutz mit seinem etablierten Compliance-Modell (u.a. dem 231-Regelwerk). Dies bedeutet, dass die Meldung bestimmter nationaler Straftaten und unternehmensbezogener Unregelmäßigkeiten auch über die engen EU-Bereiche der Richtlinie hinaus erfasst werden kann.

Deutschland

Deutschland hat im Wesentlichen die Struktur der Richtlinie befolgt, hat aber auch die Möglichkeit eröffnet, dass nationale Verstöße im Rahmen des nationalen Rechts erfasst werden können.

Zusammenfassung von Ebene 2

In der Praxis gibt es drei Modelle in Europa:

  1. Strengen EU-Modell – Schutz nur für EU-Gebiete.

  2. Erweiterte nationale Modell – Schutz auch vor schweren nationalen Missständen.

  3. Hybridmodell – EU-Kern + bestimmte nationale Straftatbestände.

Dies bedeutet, dass die Definition von ”Whistleblowing” in den einzelnen Mitgliedstaaten nicht vollständig identisch ist.

Stufe 3 – Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Für Unternehmen mit grenzüberschreitender Geschäftstätigkeit stellt sich eine wichtige Frage:

Sollte man seine Whistleblower-Funktion nach der Mindestebene aufbauen – oder nach dem breitesten Modell?

Die Realität sieht so aus:

  • Ihre Whistleblower-Funktion muss, wie Ihre Richtlinie, den Mindestschutz des nationalen Rechts einhalten.
  • Däremot gör anställda ingen juridisk EU-analys innan de rapporterar.

  • Lieferanten kümmern sich nicht um den technischen Geltungsbereich der Richtlinie.

  • Interessengruppen erwarten, dass schwerwiegende Fehlverhalten gemeldet werden können.

Schlussfolgerung

Auf EU-Ebene ist Whistleblowing an Verstöße in bestimmten Rechtsbereichen gekoppelt.

Doch in mehreren Mitgliedstaaten wurde der Schutz auf breitere Kategorien von schwerwiegenden Missständen ausgedehnt.

Für internationale Unternehmen ist es daher ratsam:

  • Verstehen Sie den gemeinsamen EU-Kern

  • Nationale Variationen identifizieren

  • Eine Funktion erstellen, die die breiteste Anwendbarkeit ermöglicht

Dies schafft rechtliche Stabilität – und Vertrauen.